Auch wenn wir alle sehr gerne auf wordpress zurückgreifen lohnt sich doch zwischendurch ein Blick auf die zahlreichen Open-Source-Alternativen.
Also hab ich mir heute ein wenig Zeit genommen um mir zwei bekannte – Drupal & Typo3 – und ein paar mir weniger bekannte – Concrete5, CMS Made Simple, SilverStripe – anzusehen.
Concrete5
Erster Versuch Concrete5, das explizit seine Features für Entwickler in den Vordergrund stellt. Am Setup gibt es nichts zu bemängeln, sehr übersichtlich und nach ein paar Klicks abgeschlossen. Um Dinge wie SEO URLs oder eine sitemap.xml muss man sich nicht kümmern – es funktioniert einfach. Das Admin interface muss man wohl mögen, mein Fall ist es nicht, aber die Möglichkeit Inhalte im Frontend mit Versionierung und instant Preview zu bearbeiten ist super. Die Erweiterbarkeit hab ich mir nur kurz angesehen, finde es aber auf den ersten Blick etwas verwunderlich, dass die Entwickler zwar jede Menge Zend Klassen verwenden, aber gerade fürs MVC auf eine handgestrickte Framework zurückgreifen.
Silverstripe
SilverStripe war enttäuschend: Obwohl der Install-Check problemlos durchlief brach die eigentliche Installation mit einem anglichen Fehler im php date.timezone Setting ab. Das wäre nicht weiter schlimm und leicht zu beheben, aber: wenn die Installation abbricht wird kein Rollback durchgeführt – um die Installation zu wiederholen muss zuerst von Hand die _config gelöscht und die erstellten Tables entfernt werden. Manche Taoisten würden in dem Fall von einem “absoluten no-go” sprechen.
CMS made Simple
Die Installation von CMS made Simple ist ähnlich wie bei Concrete5 sehr schnell und problemlos abgeschlossen, wenn der install Folder nach erfolgreicher Installation noch automatisch gelöscht würde wäre alles perfekt. SEO URLs funktionieren leider auch nicht automatisch, dafür wirkt das Backend sehr aufgeräumt. Leider gibt es aber ein paar Kleinigkeiten die die Eingabe von Inhalten etwas umständlich machen. Es ist zum Beispiel nicht möglich Bilder direkt über den Content Editor hochzuladen – man muss diese erst über die getrennte Image Manager Seite hochladen (kein Multiupload), bevor Sie eingefügt werden können.
Das Template System von CMS made Simple basieren auf Smarty. Templates können damit sehr angenehm bearbeitet werden und das System dürften vielen Frontend-Entwicklern ein Begriff sein.
Drupal & Typo3
Bleiben noch die zwei altbekannten Drupal und Typo3. Und bei beiden war ich überrascht, wie viel Feinschliff die Systeme erfahren haben. Typo3 hat mittlerweile eine wirklich einfache Installationsroutin. Auch werden zB SEO URLs nun automatisch und ohne zusätzliche Extensions aktiviert. Das Admin Interface hat ebenfalls viel von seiner Unübersichtlichkeit verloren. Als Nutzer der alten Varianten muss man sich zwar etwas umgewöhnen (wo legt man jetzt Domain Records an?), der Schulungsaufwand für neue Nutzer dürfte aber um einiges geringer sein. Selbiges gilt für Drupal – einfache Installation, sehr brauchbares Admin Interface, aber hier noch ein wenig mehr getan werden um die grandiose Featurevielfalt besser vor Einsteigern und Redakteuren zu verbergen.
Ebenso wie für Wordpress sind für Drupal und Typo3 eine große Mengen an freien Erweiterungen und Themes verfügbar – damit können viele Problemstellungen bequem ohne Eigenentwicklungen gelöst werden.
Mein Fazit
Drupal und Typo3 kommen für mich wieder für sehr viele Projekte in Frage. Der Entwicklungsfokus in Richtung Social Media empfiehlt Drupal dabei eher für Community-Lastige Projekte. Typo3 wirkt durch die tollen Möglichkeiten für strukturierte Workflows und das genial einfache Caching System perfekt für Seiten mit einem großen Anteil an statischen Inhalten. Von den drei neuen Systemen finde ich concrete5 durch das brauchbare Frontend-Editing und die einfache Erweiterbarkeit am interessantesten.


